Die Zweitvertretung des 1. FC Köln lieferte heute eine erstklassige Leistung ab und sicherte sich bereits einen Spieltag vor dem Saisonende den Titel in der Mittelrheinliga der Frauen. Beim 6:5 Auswärtssieg gegen Alemannia Aachen II  sorgten Julia Rick (2), Melanie Kolacki (2) und zwei Aachener Spielerinnen mit ihren Toren für den ersten Aufstieg in die Regionalliga in der Geschichte des Frauenfußball beim 1. 15FC Köln.

Jedes Spiel hat seine eigene Geschichte und die der heutigen Partie wird sicherlich allen Beteiligten noch etwas länger in Erinnerung bleiben. Der FC startete fulminant. Bereits nach vier Minuten war es Julia Rick, die die Kölnerinnen mit 1:0 in Führung brachte. Was direkt im Anschluss folgte gab es in dieser Saison auch noch nicht. Durch zwei Eigentore der Aachener Spielerinnen bauten die Domstädterinnen ihre Führung aus, so dass es nach nur zehn absolvierten Spielminuten 3:0 aus Sicht der Gäste stand. Ein katastrophaler Fehlstart der Hausherrinnen aus Aachen, die einen Sieg benötigt hätten, um die Minimalchance auf den Klassenerhalt zu wahren. Melanie Kolacki erhöhte dann den Vorsprung sogar auf 4:0. Alles deutete auf einen souveränen Sieg der Zweitvertretung des 1. FC Köln hin.

Doch dann kam der Auftritt von Schiedsrichter Joachim Hill aus Aachen. Die Spielerinnen der Alemannia rückten erstmalig bis in den Sechzehner der Kölnerinnen ein. Michelle Pfeifer klärte souverän und fair. Herr Hill aus Aachen sah dies allerdings ein wenig anders und entschied auf Elfmeter. Eine sehr fragwürdige Entscheidung. Friederike Keppner war bei dem Strafstoß machtlos und es stand 1:4. Mit diesem Ergebnis ging es dann auch in die Halbzeitpause.

Im zweiten Durchgang versuchten die FC-Kickerinnen ihren Vorsprung weiter zu verwalten. Aachen setzte zwar dagegen, konnte aber keinen spielentscheidenden Akzente setzen. So war das 2:4 aus Sicht der Heimmannschaft auch eher ein Zufallsprodukt. Die Antwort der FC-Mädels folgte umgehend. Nach schönem Zuspiel durch Silke Tancyus erhöhte Melanie Kolacki auf 5:2. Auch Julia Rick gelang kurze Zeit später ihr zweiter Treffer des Tages, es stand 6:2.

Doch die Kölnerinnen ließen Aachen plötzlich noch mal zurück ins Spiel kommen. Durch zwei Kontertore stand es nur noch 6:4. Es wurde noch einmal spannend. Aber zunächst folgte eine 42 minütige Gewitterunterbrechung. Nach Wiederanpfiff des zweiten Durchganges in dem noch 15 Minuten zu absolvieren waren, kam Aachen dann zehn Minuten vor Spielende noch einmal auf 5:6 heran. Die Partie, geprägt von etliche Fehlentscheidungen des Schiedsrichters, schien plötzlich zu kippen. Die Zweitvertretung des 1. FC Köln zeigte dann aber in den Schlussminuten eine alles andere als zweitklassige Mannschaftsleistung. Als geschlossene Einheit stemmten sie sich gegen die elf Aachenerinnen auf dem Platz und brachten die knappe Führung über die Zeit.

Für die Alemannia aus Aachen ist nun der bittere Gang in die Landesliga Realität geworden. Die Mädels des 1. FC Köln hingegen werden kommende Saison in der Regionalliga West antreten. Das letzte Heimspiel des FC findet am 19. Juni 2011 statt. Gespielt wird im Franz-Kremer-Stadion am Geißbockheim.

Stimmen zum Spiel:

Benedikt Kühnreich (Trainer des 1. FC Köln II): “Das Spiel war heute die reinste Achterbahnfahrt. Wir hatten einen sensationellen Start in die Partie, haben dann aber teilweise zu unkonzentriert gespielt. Ich bin stolz auf meine Mannschaft. Sie hat in den letzten Minuten noch einmal alles gegeben und wir sind zu recht aufgestiegen.”

Friederike Keppner (Spielerin des 1. FC Köln II): “So ein Spiel habe ich auch noch nicht erlebt. Der Beginn war natürlich aus unserer Sicht optimal. Einige Entscheidungen auf dem Platz waren aber nicht nachvollziehbar. Am Ende haben wir verdient gewonnen und den Aufstieg geschafft.”

Svenja Zsolt (Spielerin des 1. FC Köln II): “Wir haben zu Beginn genau das umgesetzt, was wir wollten, ein wahrer Sturmlauf aufs Aachener Tor, so dass es nach zehn Minuten schon 3:0 steht. Das darf man dann nicht mehr aus der Hand geben. Doch heute war alles anders. Eine wahre Achterbahn der Gefühle, einfach unbeschreiblich. Am Ende hat sich unser ganzer Kampf über die Saison ausgezahlt. Wir haben verdient gewonnen und stehen einen Spieltag vor Saisonende als Aufsteiger fest.”